Teaching

Fall 2024

YouTube Music Theory Seit einiger Zeit kann man das Phänomen der so genannten "Public Music Theory" beobachten, also der Musiktheorie außerhalb von Klassenzimmern und universitären Seminaren. Eine besondere Rolle spielen dabei Social Media, insbesondere YouTube und in letzter Zeit auch zunehmend TikTok. Welche Themen werden dort besprochen? Welches Repertoire wird analysiert und diskutiert? Welche Terminologien werden benutzt? Welche Zielgruppen werden addressiert? Welche Hintergründe habend die Akteure? Diesen und weiteren Fragen soll in diesem Seminar nachgegangen werden.
Programmieren für Musikforschende Die Strukturhaftigkeit von Musik legt algorithmische Betrachtungen nahe. In diesem Seminar werden Grundbegriffe des Programmierens anhand von musikalischen Konzepten eingeführt und praktisch erprobt. Dabei stehen insbesondere die Kodierung und die Generierung von Musik im Vordergrund. Vorkenntnisse, die über elementare Musiktheorie hinausgehen, sind nicht erforderlich.

Spring 2024

Einführung in die Digitale Musikwissenschaft Diese Einführung bietet einen Überblick über die Geschichte, Forschungsfragen und Methoden der digitalen Musikwissenschaft. Dabei werden verschiedene Bereiche wie digitale Edition, Korpusforschung und digitale Methoden für die Musikanalyse berücksichtigt. Neben der Kenntnis zentraler Konzepte der digitalen Musikwissenschaft erhalten Studierende einen Einblick in aktuelle Forschung und lernen wichtige Publikationen und digitale Methoden kennen.
Metrum, Rhythmus, Takt und Beat - theoretische und psychologische Aspekte musikalischer Zeit Musik ist eine Kunst, die sich in der Zeit entfaltet und musiktheoretische und -analytische Beschreibungen der temporalen Organisation von Musik benutzen eine Vielzahl von Begriffen, um diesem Phänomen näher zu kommen. In diesem Seminar werden wir eine Reihe verschiedener jüngerer Ansätze kennen lernen. Eine zentrale Frage dabei ist, wie theoretische Modelle mit wahrnehmungspsychologischen Erkenntnissen zusammenhängen. Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über neuere Rhythmustheorien zu erhalten und in Musikanalysen auch die zeitliche Dimension einbeziehen zu können.
Musikforschung interdisziplinär - Institutskolloquium Mit Elena Ungeheuer und Melanie Wald-Fuhrmann (Frankfurt a. M.)

Fall 2023

Ringvorlesung CODAMUS: Computational and Digital Approaches to Music Scholarship As musicologists continue to explore new ways of analyzing, understanding, and creating music through the use of digital methods and computational models, new questions and avenues for research and scholarship arise. CODAMUS aims at providing a glimpse into the exciting intersections of music and technology.

In its first installment during the fall term in 2023, CODAMUS hosts 14 distinguished international speakers. The spectrum of their topics is diverse and ranges from the use of computational tools for analyzing musical structures to the impact of artificial intelligence and machine learning on music composition and performance. Among these topics, we will also explore the role of digital editions in music scholarship through which musicologists are now able to access and study historical manuscripts and printed music in innovative ways.

Through these discussions, we hope to provide a platform for interdisciplinary dialogue and thought-provoking conversation between musicologists, computer scientists, and musicians. Our aim is to generate new insights into the state-of-the art music scholarship and spark new ideas for collaboration and innovation. We invite you to join us and take part in this exciting exploration of music and technology.

Die Entstehung von "Tonalität" im 19. Jahrhundert Obwohl "Tonalität" zu einem der zentralen Begriffe der Musiktheorie gehört, ist er noch nicht besonders alt. Gestützt auf die Lektüre von Thomas Christensens _Stories of Tonality in the age of François-Joseph Fétis_ (2019) beleuchtet das Seminar den historischen Kontext der Genese des Tonalitätskonzeptes.

Spring 2023

Konzepte und Anwendungen der Pitch-Class Set Theory Kompositorische Verfahren der seriellen Musik (z.B. Zwölftontechnik) gründeten nicht nur auf einer neuartigen Auffassung von musikalischem Zusammenhang, sie setzten auch das Beschreibungs- und Erklärungspotential herkömmlicher Analysemethoden außer Kraft. Die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von Rahn und Forte, zwei prominenten Vertretern der amerikanischen Musiktheorie, entwickelten Pitch-Class Set Theory stellt konkrete Konzepte bereit, mit denen sich atonale Kompositionen analytisch fassen lassen. In diesem Seminar werden wir die Grundbegriffe der PCST kennen lernen und sie analytisch erproben. Dabei wird deutlich werden, inwiefern sie auch sinnvoll für die Analyse tonaler Kompositionen angewandt werden können.
Digitale Tools (nicht nur) für Musikwissenschaftliche Projektarbeiten Wissenschaftliches Arbeiten, insbesondere musikwissenschaftliches Arbeiten, erfordert in zunehmendem Maße die Anwendung und Beherrschung digitaler Werkzeuge und Methoden. Diese reichen von kollaborativen Schreibumgebungen (_GoogleDocs_, _HackMD_, _Overleaf_) über Literaturverwaltungsprogramme (_Zotero_) bis hin zur Software zur Notation (_MuseScore_) und Analyse (_SonicVisualizer_) von Musik oder zur Versionierung von Hausarbeiten (_Git_) sowie Strategien zur Projektorganisation. Dieses Seminar führt eine Vielzahl von nützlichen Tools ein, welche uns bei unserer (musik)wissenschaftlichen Arbeit unterstützen können. Ziel ist es, einen souveränen Umgang durch praktische Anwendung zu erlangen und gleichzeitig einen kritischen Blick auf derartige Werkzeuge und ihre Vor- und Nachteile zu entwickeln.
Musikalische Korpusforschung In den letzten Jahrzehnten hat sich die "Musikalische Korpusforschung" von einer Nischendisziplin in eine veritable Forschungsrichtung gewandelt. Der stete Zuwachs von digital(isiert)en musikalischen Daten sowie die Anwendung und Entwicklung von modernen Verfahren aus den Bereichen Informatik, Machine Learning und Data Science ermöglichen es nun, sowohl tradierte musikwissenschaftliche Fragestellungen in neuem Licht zu betrachten, als auch völlig neue Forschungsansätze zu verfolgen. Zudem ermöglicht es der allgemeine methodische Ansatz der Korpusforschung, traditionelle Grenzen innerhalb der Musikwissenschaft (historisch/systematisch/ethnologisch/...) zu überwinden, ohne jedoch die jeweiligen spezifischen Gesichtspunkte aus dem Blick zu verlieren. Dieses Seminar bietet einen grundlegenden Überblick und eine praktische Einführung in die Thematik. Anhand einer Reihe von Fallstudien sollen zentrale Themenbereiche und Methoden demonstriert, ausprobiert und kritisch reflektiert werden.

Fall 2022

Neo-Riemannian Theories: Analysemethoden für erweiterte Tonalität von der Spätromantik bis zur Filmmusik Eine Vielzahl von harmonischen Phänomenen im ausgehenden 19. Jahrhundert bringt traditionelle Theorien von Harmonik in Erklärungsnot. Dies trifft insbesondere auf Beziehungen von Dreiklängen zu, welche nicht (nur) durch Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Tonart gestiftet werden. In dieser Veranstaltung wird die sogenannte “Neo-Riemannian Theory” eingeführt, ihre historischen Vorläufer diskutiert und ihre Anwendung auf ebendiese Problemfälle geübt. Über das romantische Repertoire hinaus (z.B. Franz Schubert, Richard Wagner, Hugo Wolf) werden wir auch Beispiele aus der Filmmusik (z.B. John Williams, Howard Shore) und neueren minimalistischen Richtungen (Nils Frahm, Hania Rani, Ludovico Einaudi) in den Blick nehmen.
Music Memes: Quantitative Zugänge und Theorien zu kultureller Transmission von Musik Damit sich so etwas wie "Stil" herausbilden kann, müssen sich musikalische Ideen verbreiten können, sei es von Motiv zu Motiv innerhalb eines Stücks, von Komponistin zu Komponist, von Performer zu Zuhörern, oder durch Notations- oder Aufnahmetraditionen sowie Formen oraler Transmission von Musik. Ausgehend von dem Stilkonzept des amerikanischen Musikforschers Leonard B. Meyer und anknüpfend an jüngere Forschung im Bereich der kulturellen Evolution und Memetik werden wir verschiedene Studien rezipieren, welche zum Ziel haben, musikalische Transmissionsprozesse zu modellieren. Neben der kritischen Lektüren und Diskussion werden wir auch selbst einfache Modelle am Computer nachbauen, um sowohl ein tieferes Verständnis der theoretischen Voraussetzungen zu entwickeln als auch eigene praktische Erfahrungen zu sammeln.